MeetingTailorMeetingTailor
Wie das anfing

Zwei Freunde. Ein wiederkehrender Abend.

Ich bin IT-Unternehmer, kein Aufsichtsrat. Ich habe die CloudDNA GmbH aus Loipersdorf zwanzig Jahre lang aufgebaut, indem ich für Konzerne SAP-Integrationen entworfen habe — die schwere Software, die still läuft und die keiner sieht. Sitzungssoftware stand nie auf meinem Zettel. Und doch sitze ich seit Jahren regelmäßig mit zwei Freunden zusammen, die genau das brauchen — und die das Problem in einer Deutlichkeit schildern, die ich irgendwann nicht mehr weghören konnte.

Der eine ist Stiftungsrat einer regionalen Sozialstiftung — sein Zeitaufwand, wenn er ehrlich rechnet, geht in Richtung eines Halbtags-Jobs. Der andere sitzt seit zwei Perioden im Gemeinderat und zusätzlich im Vorstand des örtlichen Musikvereins, des Weinbauvereins und der Freiwilligen Feuerwehr — beides Ehrenämter, beides mit dieser einen Konstante: nach der Sitzung fängt die eigentliche Arbeit erst an.

Es war ein Freitag im Frühjahr 2025. Wir saßen zu dritt in einer Buschenschank im südlichen Burgenland. Ich erzählte etwas von Software, sie erzählten von ihrer letzten Sitzungswoche. Und dann sagte der Stiftungsrat einen Satz, den ich mir aufgeschrieben habe:

„Die Sitzung endet um 21:47. Um 21:52 fährt keiner mehr heim, die Sekretärin sitzt noch bis Mitternacht. Und am Dienstag darauf streitet sich die halbe Runde, wer was gesagt hat. Wir zahlen jedes Jahr für ein digitales Board-Portal — was wir nicht haben, ist ein Protokoll, das stimmt."

Der Gemeinderat nickte. „Bei uns ist es dasselbe. Ich habe letzte Woche eine Aufgabe übernommen, an die sich am nächsten Morgen niemand mehr erinnert hat, ich am wenigsten. Sie steht in keinem Protokoll. Sie ist bis heute nicht erledigt."

Am Weg nach Hause dachte ich darüber nach — nicht zum ersten Mal. Ich hatte diese Geschichten seit Jahren gehört. Der Unterschied an diesem Freitag war: ich wusste inzwischen, wie sich das mit heutigen Werkzeugen bauen lässt. Am nächsten Morgen habe ich das kleine schwarze Notizbuch, das ich sonst für Kundentermine nutze, umgedreht und angefangen aufzuschreiben, was mein Stiftungsrat, mein Gemeinderat — und die tausenden Frau Bergers und Herr Tonis in diesem Land — von einer Software erwarten dürfen.

Was sie sich wünschten

  • Ein Protokoll, das schon fertig ist, wenn wir aus dem Sitzungszimmer gehen. Nicht in einer Woche. In zehn Minuten. Als Entwurf, nicht als Rohtext.
  • Jeden Satz nachprüfbar. Ein Klick, und man hört die Originalstelle im Gespräch. Kein Rätselraten mehr, was zwischen Zeile 34 und 35 wirklich gesagt wurde.
  • Anwesenheit und Beschlussfähigkeit automatisch. Kein Nachzählen nach Sitzungsende, keine Sitzung zwei Wochen später wieder aufmachen, weil sich jemand um eine Enthaltung verzählt hat.
  • Aufgaben mit Namen und Fälligkeit. Wenn ein Ratsmitglied zusagt, sich um etwas zu kümmern, soll es nächste Woche die Erinnerung bekommen — nicht die Sekretärin um Mitternacht mit einem Post-it am Bildschirmrand.
  • Nicht-öffentlicher Teil sauber getrennt. Im Stiftungsrat wird über Personal und Zuwendungen gesprochen. Im Gemeinderat gibt es öffentliche und nichtöffentliche Tagesordnungspunkte. Split-Protokoll ist keine Kür — es ist Pflicht.
  • Kein Datenabfluss. Stiftungen unterliegen der Aufsicht, Gemeinden dem Landesrechnungshof. Ihre Beschlüsse landen nicht auf einem US-Server, auch nicht bei einem europäischen Hyperscaler mit US-Konzernmutter. Punkt.
  • Kein Board-Portal-Preisschild. Sie zahlen heute vierstellig pro Jahr und Ratsmitglied für ein digitales Kuvert, das PDFs verschickt. Das kann nicht die Geschäftsgrundlage bleiben.

Am Nachmittag hatte ich die Skizze für MeetingTailor. Sechs Wochen später den ersten Prototyp, den beide getestet haben — einmal in einer Stiftungsratssitzung, einmal in einem Gemeinderats-Ausschuss. Beide Male lag der Protokoll-Entwurf fünf Minuten nach Sitzungsende vor. Zwei Korrekturen, freigeben, fertig.

Zehn Jahre, ein Fischlokal, eine Umbenennung

Wie aus KSIC die CloudDNA wurde.

Ich habe die CloudDNA vor zehn Jahren gegründet — ursprünglich nicht unter diesem Namen. Ich kam damals von SAP, wo ich Jahre in einem der größten Softwarekonzerne der Welt verbracht hatte. Ein sicherer Hafen. Genau der Ort, den man nicht verlässt, wenn man Kinder, ein Haus und eine ernste Miene hat. Ich habe ihn trotzdem verlassen.

Am Anfang stand ein sperriger Name: die KSIC GmbH — Koch Security, Integration and Cloud Consulting. Vier Buchstaben, die niemand aussprechen konnte, mit einer Beschreibung, die alles und nichts sagte. Ich habe schnell gemerkt: das war die zweite Sache, die man an einem SAP-Ausstieg nicht macht — sich einen Namen geben, der klingt wie ein Compliance-Standard.

Die Rettung kam bei einem Abendessen — obwohl ich das damals noch nicht wusste. Blankenese, Hamburg, ein Fischlokal an der Elbe. Ich war zu Besuch bei einem alten SAP-Kollegen — Jörg, einer dieser Menschen, die man einen SAP-Guru nennt, ohne dass es kitschig klingt. Mit dabei: Daniel, damals mein erster Mitarbeiter, für den es die allererste Dienstreise war. Am Fischtisch saß er nicht — wir zwei alten Hasen wollten in Ruhe reden. (Daniel, falls du das jemals liest: den Steinbutt tut mir bis heute leid.)

Wir tranken einen weißen Burgunder, ich versuchte zum dritten Mal, meinen Firmennamen zu erklären. Jörg unterbrach mich, hob das Glas und sagte einen einzigen Satz: „Martin, du hast die Cloud in deiner DNA."

Kein Vortrag. Keine Analyse. Ein Satz.

Am nächsten Morgen bin ich in einem Hamburger Hotelzimmer aufgestanden, habe aus dem Fenster geschaut und gedacht: CloudDNA — das wäre ein geiler Name. Zwei Wochen später hieß die KSIC GmbH nicht mehr KSIC. Und Daniel hat seither noch viele Dienstreisen gemacht, allerdings meistens mit am Tisch.

Chapeau, Jörg. Ohne diesen einen Satz an diesem einen Tisch säßen wir hier vermutlich immer noch als KSIC — und du müsstest beim nächsten Wiedersehen wieder erklären, was die vier Buchstaben eigentlich bedeuten. Ein Abendessen, das sich gelohnt hat. Ein Kollege, den man behalten sollte.

Was blieb, sind drei Dinge, die den Betrieb seit dem ersten Tag prägen — und mich als Menschen sowieso:

  • Die Liebe zu gutem Essen und aufrichtigem Wein. Wichtige Entscheidungen fallen bei uns nicht in Konferenzräumen. Sie fallen an Tischen mit gutem Licht.
  • Das Reisen — mit Kunden in ganz Europa, mit dem eigenen Team in Regionen, aus denen wir Talente holen oder in denen wir Kunden begleiten. Jede zweite Reise wird zur Weinreise, ob wir es geplant haben oder nicht.
  • Das Südburgenland als Basis — die Thermenregion, die Weinregion. Nicht Wien, nicht Berlin, nicht San Francisco. Wir sitzen dort, wo unser Team lebt, und schöpfen aus zwei Talentschmieden, die man auf keiner Weltkarte findet: der HTL Pinkafeld und der FH Burgenland. Ohne die beiden gäbe es diese Firma nicht.

Angefangen haben wir in einem winzigen Büro in Oberwart. Heute sitzen wir in der ehemaligen Raiffeisenbank in Loipersdorf, direkt in der Thermenregion. Ein Gebäude, das schon einmal einen anderen Bezug zum Himmel hatte, wenn man so will: nach oben. Von bescheidenen Anfängen zu einem Ort mit etwas mehr Platz — das ist Fortschritt.

Aus dem Duo mit Daniel ist inzwischen ein Team von mehr als zwanzig Menschen geworden. Wir haben siebzehn Bücher bei SAP Press veröffentlicht — bunt gemischt, aber immer aus der Praxis, nie aus dem Marketing. Das ist die Sorte Kilometerstand, die man nicht ausdenken kann.

Unser Motto — „We deliver" — meint zwei Dinge: Kundenaufträge, und ein Glas Wein im richtigen Moment. Wir sehen uns als modernes, agiles SAP-Startup. Wir sind nicht die Titanic der Beratungshäuser, wir sind ein Regattaboot. Schneller Kurswechsel, kleiner Wendekreis, keine drei Wochen Meeting-Marathon, bis eine Entscheidung fällt.

The Sky is the Limit. Und ja — die Cloud ist manchmal wolkig. Aber genau dafür haben wir sie ja in den Genen.

Warum überhaupt eine Tailor-Familie

Wir haben uns neu erfunden. Weil die KI uns dazu gezwungen hat.

Ich habe die CloudDNA vor über zwanzig Jahren gegründet, um für Konzerne SAP-Integrationen zu bauen — schwere Software, in Monaten getaktet, mit Angeboten in sechsstelliger Höhe. In dieser Welt war Individualsoftware ein rotes Tuch. Für uns. Für unsere Kunden. Für alle. Man mied sie wie der Teufel das Weihwasser: zu teuer, zu langsam, zu riskant. Standard-Software mit hundert Kompromissen galt als das Vernünftige.

Bis 2023.

Als ich zum ersten Mal ernsthaft mit Sprachmodellen gearbeitet habe, wurde mir klar: das ist keine graduelle Verbesserung. Das ist der Umbruch, der unser Handwerk umschreibt. Und für die Softwarehäuser — die Konzern-Berater, die SAP-Schmieden, die Nischen-Werkstätten — eine echte Bedrohung. Nicht in fünf Jahren. In eineinhalb.

Ich habe zwei Dinge daraus gemacht. Erstens: ich habe mich selbst hingesetzt und Software gebaut — nicht, weil ich das besser kann als meine Leute, sondern weil ich verstehen wollte, wie sich unser Beruf verändert. Und weil ich glaube, dass man seinem Team nicht mit einer PowerPoint erklären kann, wie KI-gestützte Entwicklung funktioniert. Man muss es vorleben, nachts, am eigenen Editor, mit denselben Werkzeugen, die man ihnen empfiehlt.

Zweitens: ich habe die Erkenntnis genommen und daraus eine Produktlinie gemacht. Denn die Kosten-Kurve hat sich verschoben. Was früher drei Monate und ein sechsstelliger Betrag war, geht heute in zwei Wochen. Nicht, weil Programmierer plötzlich zaubern. Sondern weil sie mit Copiloten arbeiten, die die Fleißarbeit übernehmen — und die Programmierer werden dadurch wieder das, was sie eigentlich sein sollten: Handwerker mit Kopf, nicht Tipper mit Zeitdruck.

Individualsoftware ist unter diesen Bedingungen kein Luxus mehr. Sie ist das Vernünftigste, was ein Softwarehaus einem Kunden anbieten kann.

Statt nur darüber zu reden, wollte ich es meinen Leuten vorleben. Also habe ich mir vier Domänen ausgesucht, die ich gut genug kenne — oder in denen ich Freunde habe, die mir jede Woche das Problem erklären, bis es sitzt — um sie ehrlich zu bauen:

  • TaxTailor — für Steuerkanzleien, weil ein Freund mir bei einem Glas Wein von seinem Windows-Terminal- Server erzählt hat.
  • DineTailor — für die Gastronomie, weil ich seit Jahren an fremden Tischen sitze und Champagner an Wirte verkaufe.
  • StayTailor — für Hotellerie, weil die Thermenregion Loipersdorf voller Betriebe steckt, die sich unter dem Konditionen-Diktat der Portale ducken.
  • MeetingTailor — für Sitzungen und Gremien, weil in meinem Freundeskreis Stiftungsräte, Gemeinderäte und Vereinsvorstände immer wieder dieselbe Nachtszene beschreiben.

Vier maßgeschneiderte Werkzeuge für Branchen, die von generischen Cloud-Portalen aus den USA seit Jahren schlecht bedient werden. Die CloudDNA ist deshalb kein SAP-Zulieferer mehr — sie ist ein Werkstattbetrieb mit vier Produktlinien. Wirtschaftlich riskanter. Menschlich das Ehrlichste, was wir tun konnten.

Wenn Sie MeetingTailor überzeugt, ist das der Grund.

Die Schwester-Werkstätten: taxtailor.at · dinetailor.com · staytailor.at

Die zwei Freunde existieren. Ihre Namen bleiben zwischen uns. Sie testen MeetingTailor gerade in ihren eigenen Sitzungen — und schreiben mir, wenn wir noch hakelig sind. Ich lese jede E-Mail persönlich.

Martin Koch

Gründer & Geschäftsführer, CloudDNA GmbH · Loipersdorf, Österreich

martin@meetingtailor.app

Erst anschauen. Dann entscheiden.

Offene Demo mit einem echten Beispiel-Gremium — kein Formular, kein Rückruf, keine Sales-Journey.